CDU/GfF-Fraktion Freigericht will Projekt „Windpark Sülzert“ beenden
Das interkommunale Vorhaben zwischen Freigericht und Alzenau, einen gemeinsamen Windpark im Waldgebiet Sülzert zu errichten, soll beendet werden, wenn es nach der CDU/GfF-Fraktion in Freigericht geht. Die vorläufigen Messergebnisse deuteten an, dass die sogenannte Windhöffigkeit nicht ausreiche, damit sich das Projekt wie geplant für alle Beteiligten rentiere. Die Fraktion möchte in der nächsten Gemeindevertretersitzung einen entsprechenden Antrag einbringen.
„Wir brauchen nach der Linde nicht noch ein Millionengrab“, betont CDU/GfF-Fraktionsvorsitzender Florian Altmann. „Wir sollten deshalb jetzt aussteigen, bevor wir uns für die nächsten Jahrzehnte an ein nicht rentables Projekt binden. Unsere Gelder können und müssen wir besser verwenden, gerade in der aktuellen finanziellen Lage, in der sich unsere Gemeinde befindet.“
Bei der Bürgerversammlung der Stadt Alzenau in der vergangenen Woche wurde bekanntgegeben, dass die avisierten Windprognosen nicht erreicht werden. Auch Alzenaus Erster Bürgermeister Stephan Noll sagte, dass von weniger Wind auszugehen sei. Um das gemeinsame Projekt mit mit Projektierer Lintas Green Energy und der Stadt Alzenau dennoch realisieren zu können, müsste das Vertragswerk angepasst werden. Es müsste außerdem über Veränderungen der Standorte, über die Anzahl der Anlagen und auch über den verwendeten Anlagentyp diskutiert werden.
Dies hätte enorme Auswirkungen für die Gemeinde Freigericht, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Celine Marquart: „Wir müssten in erheblichem Umfang den Pachtzins verringern, auf Ausschüttungen verzichten und zusätzlich noch ein viel höheres Risiko tragen. Das ist aus Sicht unserer Fraktion absolut nicht hinnehmbar.“
Es sei genau das eingetreten, was die CDU/GfF-Fraktion befürchtet hatte, sagt Fraktionsgeschäftsführer Patrice Leon Göbel. „Der Wind auf dem Gelände reicht einfach nicht aus, damit es sich lohnt. Und deshalb setzen wir uns dafür ein, das Vorhaben jetzt zu beenden und unser Sonderkündigungsrecht wahrzunehmen.“
In einem nächsten Schritt sollen sowohl die Gremien beider Kommunen als auch interessierte Bürgerinnen und Bürger ausführlich über die aktuelle Situation informiert werden. Diese Veranstaltung ist öffentlich und findet am Dienstag, 11. November, ab 19 Uhr im Rathaus in Freigericht statt.
Und dann, in der nächsten Gemeindevertretersitzung am 12. Dezember, möchte die CDU/GfF-Fraktion einen entsprechenden Antrag einbringen, sagt Fraktionsvorsitzender Florian Altmann abschließend. „Wir werden uns dafür starkmachen und um eine Mehrheit werben, damit das gemeinsame Projekt zum Wohle unserer Gemeinde abgewickelt wird.“