Per Antrag will die CDU-Fraktion in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung Freigericht die Einrichtung einer „Streuobstbörse“ für Freigericht beraten und beschließen lassen. Nach Angaben des Vorsitzenden der CDU-Fraktion Hugo Klein stelle man sich vor, dass mit der Etablierung eines Streuobstkatasters, auch als Online-Plattform bei der Gemeindeverwaltung Freigericht, Interessenten zusammengeführt werden, die somit zum Erhalt der Kultur-landschaft „Streuobstwiese“ beitragen können.
Wie Hugo Klein zur Begründung der CDU-Initiative anmerkte, seien die Streuobstwiesen prägend für das typische Landschaftsbild der Gemarkung Freigericht. Neben dem landschaftsästhetischen Wert dieser Baumpflanzungen, tragen Streuobstwiesen in besonderem Maße zur Erhaltung der Bio-diversität bei, da dieser Lebensraumtyp ein ökologisch wertvolles Rückzugsgebiet für viele Tier- und Pflanzenarten darstelle. Auch dokumentieren die Streuobstwiesen die Zeitgeschichte der Gemeinde Freigericht und seien zugleich Erholungslandschaften, die den touristischen Wert unserer Gemeinde mitbestimmen.
Obstbäume seien allerdings Kulturpflanzen und auf eine ordnende Pflege durch Schnittmaßnahmen angewiesen. Viele unserer Streuobstwiesen befinden sich jedoch in einer Zerfallsphase, weil notwendige Schnittmaßnahmen oder Ersatzpflanzungen nicht mehr durchgeführt werden. Meist finde auch eine Obsternte auf diesen Grundstücken nicht mehr statt.
Die Gründe hierfür seien vielfältig. So seien beispielsweise viele Grundstücksbesitzer nicht mehr ortsansässig oder können alters- oder zeitbedingt die Pflege ihrer Obstwiesen nicht mehr weiterführen. Andererseits gebe es interessierte Bürger, die gerne als Pate die Pflege von Streuobstwiesen übernehmen möchten oder gar an einer Pacht oder am Ankauf interessiert seien.
CDU-Arbeitskreis schlägt Etablierung eines Streuobstkatasters als Online-Plattform vor.
Der Facharbeitskreis der CDU-Fraktion habe u.a. die Etablierung eines Streuobstkatasters für die Ge-meinde Freigericht „als Online-Plattform“ vorgeschlagen. Mittels dieser Plattform könnten interessierte Personen oder auch Interessen-Gruppen zusammengeführt werden, die durch ihre sachkundigen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft „Streuobstwiese“ leisten könnten.
Eine Vereinbarung über die Nutzung der Obstgrundstücke erfolge hierbei explizit zwischen den interessierten Bürgern bzw. Gruppen. Die Teilnahme sei selbstverständlich freiwillig, bemerkte Hugo Klein. Hierbei wäre überdies die Möglichkeit geschaffen, auch der Gemeinde gehörende Obstwiesen kostenneutral zu erhalten.
Zur Umsetzung dieser Idee sei es u.a. erforderlich, ein Streuobstwiesenkataster „als Streuobstbörse“ innerhalb des Internetauftrittes der Gemeinde Freigericht zu etablieren. Hier könnten fortan inter-essierte Bürger Obstgrundstücke zur Pflege, zur Pacht oder zum Verkauf anbieten.
Dieses Streuobstkataster liefere detaillierte Informationen über die karteimäßige Darstellung der Lage des Grundstückes mit Gemarkungs, Flur- und Flurstücksnummer sowie die Anzahl der Bäume, Baumreihen, ungefähres Baumalter (dreistufig: Alt, Mittel, Jung) sowie die Obstart.
Die Besitzeradresse solle online jedoch nicht veröffentlicht werden, denn die Adressverwaltung bzw. Weitergabe der Kontaktinformationen erfolge auf Anfrage nur bei der Gemeinde Freigericht, die Auskünfte an die Interessenten gebe.
Auf diesem Streuobstwiesen-Online-Portal könnten auch noch weitere Informationen für interessierte Streuobst-Paten bereitgestellt werden. So beispielsweise über :
- regionale Baumschulen mit Obstsorten für den Streuobstanbau
- Sammlungen von Obstarten und Sorten für Streuobstbestände
- regionale Obstarten und Sorten
- Verarbeiter von Streuobst (Mostereien, Brennereien)
- Ansprechpartner für die Pflege und Erhaltung von Streuobstbeständen
- Experten bezüglich der Sortenbestimmung
- Landschaftspflegeverbände
- Obst- und Gartenbauvereine


